Der Kampf des myanmarischen Volkes gegen die faschistische Diktatur hat seit dem Militärputsch im Februar 2021 im Land einen langen Weg zurückgelegt. Die Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM) ist eine der tragenden Säulen der Frühlingsrevolution und die treibende Kraft hinter dem gescheiterten Militärputsch. CDM könnte als starker antifaschistischer Widerstand bezeichnet werden. Die aufkommende Macht der faschistischen Politik in Myanmar und auf der ganzen Welt wurde für THE REBEL RIOT zum Anstoß, das Album „To… Dear Comrade“ mit einem spürbaren, nachhallenden antifaschistischen Thema zu erstellen. Botschaften, Faschismus und Unterdrückung zu zerschlagen, Solidarität zu zeigen, anstatt die Augen vor dem zu verschließen, was um uns herum passiert, und für Frieden und Freiheit einzutreten, durchziehen das gesamte Album. Schaut man sich die Rückseite der Platte genauer an, erkennt man die Feuerflammen auf den Armen des gezeichneten Bassisten und des Schlagzeugers von The Rebel Riot in Form der Worte: Antifaschistisch. „Trotz der strengen Kontrolle durch die Behörden konnten wir [The Rebel Riot] es endlich veröffentlichen. Leider verstarb unser Gitarrist [Wai Yan Htun, ihm ist dieses Album gewidmet] an Herzversagen, kurz bevor der Mix beendet war. Dieses Album ist mehr als nur eine Sammlung von Liedern. Es sind unsere Traumata, unsere Wut und unsere Energie, alles vermischt mit Traurigkeit. Mit diesen Liedern möchten wir Freunde aus aller Welt einladen, auf das Geschehen in Myanmar aufmerksam zu machen und Solidarität zu zeigen. Wir werden einen Teil des Erlöses dieses Albums spenden, um soziale Projekte und Menschen in Not in Myanmar zu unterstützen“, sagte Kyaw Kyaw, Leadsänger von Rebel Riot.

Mit ihrem vierten Studioalbum Gut & Böse legte die deutsche Punkband Toxoplasma 1992 ein kraftvolles musikalisches Statement vor, das bis heute in der Szene Beachtung findet. Veröffentlicht über das Label Aggressive Rockproduktionen (AGR), markiert das Album einen der letzten großen Meilensteine der Band in ihrer ersten aktiven Phase. Es kombiniert die rohe Energie des klassischen Deutschpunks mit einem klaren politischen Standpunkt – kompromisslos, direkt und voller gesellschaftlicher Wut. Musikalisch bleibt Gut & Böse dem harten, schnellen Sound des Hardcore-Punks treu. Die Gitarrenriffs sind aggressiv, die Drums treiben nach vorn, der Gesang ist rau und voller Verachtung gegenüber politischen und sozialen Missständen. Inhaltlich thematisiert das Album eine Bandbreite gesellschaftlicher Probleme: Militarismus, rechte Ideologien, Umweltzerstörung, Machtmissbrauch – all das wird in Songs wie „Schwarz Rot Braun“, „Soldat Soldat“ oder „Kaputte Welt“ gnadenlos angeprangert. Der Titelsong „Gut und Böse“ bringt es auf den Punkt und hinterfragt die scheinbar klare moralische Einteilung unserer Gesellschaft: „Zwischen gut und böse – liegt der Hass und die Gerechtigkeit…“ Die 14 Tracks des Albums bleiben dicht und intensiv- in einem Soundgewand, das rau und ungeschliffen daherkommt, ganz im Sinne des Genres. Rückblickend zeigt sich Gut & Böse als ein wichtiges Dokument der frühen 90er Jahre in der deutschen Punkgeschichte. Es spiegelt die damalige gesellschaftliche Stimmung – geprägt von Wiedervereinigung, Rechtsruck und Systemkritik – und verpackt sie in lautstarke, kompromisslose Musik. Für Fans des klassischen Deutschpunks ist dieses Album ein Muss. Es steht exemplarisch für eine Zeit, in der Punk noch als klare Kampfansage verstanden wurde – gegen alles, was unterdrückt, verroht oder blind gehorcht.